So wird deine Seite bei Google gefunden – Digitale Selbstanalyse in 15 Minuten

So wird deine Seite bei Google gefunden – Digitale Selbstanalyse in 15 Minuten

Wir alle nehmen die Welt subjektiv wahr. Es ist schwierig eine echt objektive Perspektive zu erhalten. Dies stimmt im wahren Leben genauso wie auch in der virtuellen Welt. Wie also erhalte ich ein objektives Bild meiner digitalen Präsenz?

Wieso sollte ich etwas ändern müssen? Wenn ich meine Firma google, erscheint sie immer an oberster Stelle.

Digitales Marketing Heute bietet Unterstützung und präsentiert folgende Anleitung für eine digitale Selbstanalyse in fünf einfachen Schritten:

  1. Definiere 5 relevante Suchbegriffe (Keywords):

Um zu schauen, ob und wie deine Website gefunden wird, musst du zuerst verstehen wie Google verwendet wird. Die Google Suche liefert Ergebnisse zu eingegebenen Suchbegriffen. Du solltest dir also erstmals Gedanken machen, zu welchen Begriffen dein Angebot gefunden werden soll. So sollte man beispielsweise als Reisebüro gefunden werden, wenn jemand nach „Ferien buchen“ oder „Kurzurlaub“ sucht.

  • Ein Suchbegriff darf durchaus aus mehreren Wörtern bestehen, beispielsweise “günstig Schuhe kaufen in Zürich”.
  • Verwende nicht deinen Firmennamen oder Produktenamen als Suchbegriffe.
  • Versuch dich in dein Zielpublikum einzufühlen:
    • Wen möchte ich ansprechen, bedienen?
    • Was beschäftigt diese Gruppe? Was braucht, sucht diese Gruppe?
    • Wie sucht diese Gruppe? Welche Suchbegriffe verwendet sie?

Falls es dir nicht leicht fällt, dich in deine Zielgruppe einzufühlen, gib es für die Keyword-Suche verschiedene Tools. Google selbst bietet den Keyword Planner. Die meisten Profis setzen Searchmetrics ein. Beide Tools sind sehr ausführlich und wahrscheinlich etwas zu aufwendig für Anfänger. Eher zu empfehlen ist die Freemium Version von Searchmetrics oder das Keywordtool.io, welches wohl das einfachste hierfür einzusetzende Tool sein dürfte.

Als praktisches Beispiel für unsere digitale Selbstanalyse, verwende ich die Webseite einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis, der Ärztegemeinschaft Dietlikon. Ich habe folgende fünf Suchbegriffe definiert:

  • Arztzeugnis Dietlikon
  • Röntgen Zürich nord
  • Notfallarzt Dietlikon
  • Rheumatologie Dietlikon
  • Hausarzt Zürich nord

Ich habe ganz bewusst verschiedene medizinische Begriffe, welche ich glaube würden bei gegebenem Bedürfnis zu einer Google Suche führen, mit der relevanten Region kombiniert. Die Region habe ich mal sehr lokal und manchmal etwas grösser gewählt, um zu sehen wie sich die Seite im Vergleich zu anderen aus Nachbargemeinden misst.

  1. Inkognito surfen:

Schau wie deine Seite wirklich von Google wahrgenommen und angezeigt wird. Immer wieder bekommen wir folgende Aussage zu hören: „Wieso sollte ich etwas ändern müssen? Wenn ich meine Firma google, erscheint sie immer an oberster Stelle.“ Dies ist genau die subjektive Wahrnehmung, welche zu einer verzerrten Realität führt. Denn Google kennt dich, deine Firma, deine Seite und dein Surf-Verhalten. Somit erhältst du auf Google Suchergebnisse, welche auf dich, dein Verhalten und deine aktuelle geographische Lage zugeschnitten sind. Was du siehst entspricht dementsprechend in keiner Weise dem, was deine angestrebte Zielgruppe zu sehen bekommt.

So erhältst du die objektiven Suchergebnisse von Google:

Zuerst musst du eine neutrale Web Session starten. Das heisst, ins Internet, aber so, dass ich nicht erkannt werde. Internet Browser bieten dafür eine Funktion:

  • Im Google Chrome Browser drücke: Ctrl+Shift+N
  • Im Firefox Browser drücke: Ctrl+Shift+P
  • Beim Internet Explorer heisst diese Funktion InPrivate, drücke Ctrl+Shift+P
  • Für Safari oder auf iPad & iPhone gibt es die Funktion: Privates Surfen aktivieren

In einer Inkognito oder InPrivate Web Session surft man anonym, weil alle Informationen, wie GPS Koordinaten und hinterlegte Cookies, Tags, etc. vom Browser unterdrückt werden. So erkennt dich Google nicht und kann die Ergebnisse nicht auf dich zuschneiden. Du erhältst also eine objektive Perspektive.

  1. Prüfe die definierten Suchbegriffe

Gib nun in deinem Inkognito Fenster den ersten Suchbegriff ein. Schau was dir Google für Ergebnisse liefert.

  • Wird deine Seite zu diesem Suchbegriff überhaupt gefunden?
  • Bist du unter den organischen Ergebnissen auf der ersten Seite?
  • Wie sieht dein Suchergebnis (Snippet) aus? Ist er informativ angereichert?

Wiederhole nun dieses Vorgehen für alle definierten Suchbegriffe. In unserem Beispiel erhalten wir folgende Ergebnisse:

result 1 newdigitale selbstanalyse

 

 

 

 

 

 

 

 

Im ersten Beispiel ist zu erkennen, dass zwar ein Arzt unserer Gemeinschaftspraxis rankt, jedoch nicht aufgrund unserer Website. Ebenfalls zu erkennen ist, dass Google grosse Mühe hat überhaupt relevante Inhalte zum Begriff “Arztzeugnis Dietlikon” zu finden. Dies könnte nun eine Chance darstellen, um neue Besucher für die Webseite anzuziehen. In unserem Fall haben wir das vorgegebene Ziel des Kunden erreicht. Dieser wollte unter keinen Umständen Arztzeugnis-Suchende bedienen.

Im zweiten Beispiel sieht man deutlich, dass unsere Seite in den Ergebnissen eins und zwei rankt. Das erste Ergebnis ist das lokale Karten-Ergebnis von Google und resultiert aufgrund des Google+ Eintrags dieses Arztes. Die Arztpraxis wird dann gleich als oberstes Ergebnis nach der Karte angezeigt. Besser kann man für diesen Begriff nicht gefunden werden.

digitale selbstanalyse

Das Snippet ist nicht mit Informationen angereichert (Rich Snippet), ist aber trotzdem informativ und übersichtlich und enthält eine klare Aussage. Dies ist bereits gut, aber noch nicht optimal. Ein optimierter Rich Snippet ergänzt die Anzeige mit zusätzlichen Information wie Bewertungen, Bildern, usw. Wer auf seiner Website die Möglichkeit von Bewertungen schafft, kann sich diese im Snippet anzeigen lassen. (Mehr zu Rich Snippets aus einem früheren Bericht)

digitale selbstanalyse

Eine kurze Erklärung, weshalb der Eigenname sich nicht für die Recherche eignet: Wenn man nach “Praxis Dietlikon” sucht, nimmt Google automatisch an, man meine die Seite http://www.praxisdietlikon.ch und liefert ein ausführlicheres Snippet mit einer Auswahl an direkten Links zur Seite (Site Links). Aufgrund der starken Ähnlichkeit des Suchbegriffs und der Url nimmt Google an, man kenne die Seite bereits und wolle tiefer einsteigen – dasselbe geschieht auch bei Firmen- oder Produktenamen. Deshalb liefert Google das Site Link Snippet mit entsprechender Auswahl. Dies ist nicht zu verwechseln mit Rich Snippets, welche den Informationsgehalt des Ergebnisses erhöhen sollen, um dem Suchenden eine bessere Entscheidungsgrundlage zu liefern.

  1. Prüfe deine Website aus der Perspektive von Google

Um zu sehen, was Google auf deiner Seite findet und indexiert, musst du folgendes tun. Gib in der Adresszeile deines Browsers Site: (url deiner Website) ein und drücke Enter. In unserem Beispiel geben wir folgendes ein: Site:http://www.praxisdietlikon.ch

digitale selbstanalyse

Nun erhalten wir von Google eine Auflistung aller Seiten und Unterseiten, welche indexiert wurden und wie diese als Snippet angezeigt werden. Ziel muss es sein, hier alle relevanten Seiten deiner Website aufgelistet zu haben. Idealerweise geschieht dies in der Reihenfolge der gewünschten Relevanz. Fehlt eine Seite oder wird die wichtigste Seite erst an letzter Stelle aufgeführt, sollten Änderungen vorgenommen werden.

Unser Beispiel zeigt ein gutes Ergebnis. Alle relevanten Seiten erscheinen sauber. Die Startseite erscheint zuoberst und gleich danach rankt die Kontakt-Seite, mit sichtbarer Telefonnummer im Snippet.

Du hast nun einen Eindruck davon erhalten, wie Google deine Webseite wahrnimmt und wie Suchende auf deine Webseite geführt werden. Unter Profis bezeichnet man diesen Prozess als der erste Teil einer Customer Journey.

Jetzt müssen wir uns die nächste Frage stellen:

Wo führt Google deine Besucher pro Suchbegriff hin und was wird dem Besucher dort geboten?

  1. Information und Call to Action

Wenn der Suchende sich für ein Ergebnis entschieden hat und auf dessen Link klickt, hat er bereits mindestens zwei Stationen auf seiner Customer Journey hinter sich. Er hat einen Suchbegriff eingegeben und er hat ein darauf folgendes Ergebnis ausgewählt. Nun wird er zur Seite geführt und erwartet dort eine passende Fortsetzung seiner Journey. Wer also nach “Rheumatologie in Dietlikon” sucht und das Ergebnis einer Arztpraxis in Dietlikon anwählt, möchte nicht zu einem Bericht über den Firmenausflug 2007, bei dem ein Rheumatologe anwesend war, geführt werden.

Bedienen wir den Besucher nicht mit der erhofften Information, dem erwarteten Angebot oder dem erwünschten Inhalt, so verlässt er die Seite.

Überprüfe nun selbst für deine Suchbegriffe, auf welcher Seite du landest, und ob du als Suchender mit der gefundenen Information zufrieden wärst.

Es geht um die Gestaltung einer klaren und zielgerichteten Customer Journey.

digitale selbstanalyse
In unserem Beispiel beginnt die Customer Journey mit der Eingabe des Suchbegriffs (wir verwenden hierfür nach wie vor ein Inkognito Fenster).

 

digitale selbstanalyseIm nächstem Schritt seiner Reise sieht der Suchende das Snippet. Liefert es die gesuchte Information? Lädt es zum Klicken ein? Für Dr. med. Daniel Müller können wir dies positiv beantworten. Sogar die Telefonnummer erscheint direkt im Snippet.

Falls unser Suchender nicht gleich zum Telefon greift, so wird er sich zur Seite dieses Arztes führen lassen.

digitale selbstanalyse
Hier erwartet der Suchende dieselbe Information, jedoch mit viel mehr Detail und Tiefe. Erfüllt die Seite diese Erwartungen?
Der Besucher erhält in unserem Beispiel den Lebenslauf, den Nachweis für die Kompetenz im Fachgebiet Rheumatologie und ein Foto des Arztes. Hier scheinen die Erwartungen erfüllt zu werden.
Haben wir dem Suchenden erstmals eine schlüssige Customer Journey beschert, ist das Ziel aber noch nicht erreicht. Was soll der Besucher nun tun? Neben den bereitgestellten Informationen ist es ganz wichtig dem Besucher einen „Call to Action“ zu bieten. Ein „Call to Action“ soll eine Aktion beim Besucher auslösen. Hier sagen wir dem Besucher was zu tun ist: „Hier Bestellen“, „Download now“, „Jetzt kaufen“. Hier, am Ende der Customer Journey wird der Besucher zum Abschluss geführt, hier wird die Conversion realisiert. Der „Call to Action“ muss schlüssig in die Customer Journey passen und sollte prominent dargestellt sein.
Für den Rheumatologen ist der Abschluss die Kontaktaufnahme per Telefon. Und schon zeigt sich der Pferdefuss in unserem Beispiel. Zwar erscheint die Telefonnummer in der Fusszeile, jedoch ist dies nicht annähernd prominent genug, um als „Call to Action“ zu gelten. Man sollte dringend das Profil des Arztes mit Telefonnummer und Call Button, prominent neben dem Foto, ergänzen.
Wie steht es um die Customer Journey zu deiner Website? Spiel die Customer Journey für deine Suchbegriffe und Website durch. Wer den Aufwand nicht scheut, kann das für noch viele weitere Suchbegriffe durchspielen. Danach hast du eine objektive Perspektive deiner online Präsenz. Diese digitale Selbstanalyse ermöglicht dir nun die Planung sinnvoller Massnahmen zur Verbesserung deiner Website.

Customer Journey Website
Diese Anleitung zur digitalen Selbstanalyse lässt sich leicht mit vier Fragen zusammenfassen:
• Werde ich gefunden?
• Wie werde ich gefunden?
• Wo werde ich hingeführt?
• Was geschieht dort?
Und vergiss nie: „Bei allen Nachforschungen musst du immer inkognito surfen.“
Wenn du für dein Angebot und für deine Seite diese fünf Fragen mit einer schlüssigen und Zielgerichteten Customer Journey beantwortest, bist du auf dem besten Weg ein Digital Jedi zu werden.
Hast du noch Fragen oder suchst du Unterstützung, zögere nicht uns zu kontaktieren.

 

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